Cross-border air rescue


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URL: http://www.crossborderairrescue.net/de/projekt

Projekt

Die Niebüller Station der DRF Luftrettung in Schleswig-Holstein wurde am 1. April 2005 eröffnet. Mit der Indienststellung des Rettungshubschraubers "Christoph Europa 5" fiel der Startschuss für die erste grenzüberschreitende Luftrettung zwischen Deutschland und Dänemark und für das Projekt "Cross-Border Air Rescue". Das Projekt wurde aus Mitteln der EU-Projektförderung nach Interreg III A finanziert. Interreg III A ist eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den grenzüberschreitenden Regionen. Das Projekt hatte eine Laufzeit vom 01.04.2005 bis zum 31.03.2008 und ein Budget von ca. 925.000 € und wurde mit der Unterstützung von insgesamt zehn Partnern aus den Bereichen Politik und Gesundheit durchgeführt.
Im Folgenden werden Ziele, Wirkungen und die einzelnen Aufgabenbereiche ("Arbeitspakete") des Projektes ausführlich dargestellt. Abschließend werden die Fakten auf einen Blick zusammengestellt.

Ziele

Die Ziele des Projekts „Cross-Border Air Rescue“ zwischen Deutschland und Dänemark waren:

  • Die Entwicklung eines Organisationsmodells und der Aufbau grenzüberschreitender Prozesse und Strukturen für den gemeinsamen Betrieb der Luftrettung im süddänischen Raum und im nördlichen Schleswig-Holstein
  • Die Harmonisierung technischer, medizinischer und rechtlich-formaler Abläufe und Standards
  • Die Entwicklung gemeinsamer Dienstleistungen im Bereich der Luftrettung (Notfallversorgung, Interhospitaltransfer, Beratung, Telemedizin, etc.)
  • Die gemeinsame Nutzung von Ressourcen im Bereich der Luftrettung (Fachpersonal, Rettungsleitstelle, Helikopter, medizinische Geräte, etc.) unter Verwendung telemedizinischer Diagnostik in der grenzüberschreitenden Anwendung mit dem Ziel, regionales medizinisches Expertenwissen verfügbar zu machen
  • Der Wissenstransfer in den Bereichen notfallmedizinische Versorgungsstrategien und Qualitätsmanagement
  • Die Qualifizierung deutsch-dänischer Teams für die grenzüberschreitende Luftrettung in den Bereichen „Notfallrettung und Interhospitaltransfer”
  • Der Aufbau eines projektbegleitenden deutsch-dänischen Netzwerks regionaler Akteure aus dem Gesundheitswesen und der Regionalverwaltung
  • Die Nutzbarmachung der Erfahrungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich für andere europäische Regionen

Wirkungen

Stärkung des Standortes und der regionalen Wirtschaftsstruktur

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sichert die langfristige Verfügbarkeit der Luftrettung in beiden Partnerregionen und führt im süddänischen Raum erstmalig eine flächendeckende Luftrettung ein. Somit wird ein Beitrag zur Attraktivität der Gesamtregion als Lebens- und Wirtschaftsraum geleistet.

Arbeitsmarkteffekte

Die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Station Niebüll und die vorhandenen Arbeitsplätze werden durch die grenzüberschreitende Kooperation gesichert. Der Interhospitaltransfer kann zudem zu einer optimalen Auslastung der medizinischen Versorgungseinrichtungen im süddänischen Raum und im nördlichen Schleswig-Holstein führen. Das trägt zu einer besseren Wirtschaftlichkeit und Sicherheit der Arbeitsplätze bei.

Innovativer Charakter des Projektes

Die flächendeckende Luftrettung wird erstmals im süddänischen Raum implementiert. Das Projekt kann als erfolgreiches Modell für eine grenzüberschreitende Luftrettung auf andere europäische Regionen übertragen werden, in denen vergleichbare Potenziale gegenwärtig nicht optimal genutzt werden.

Qualifizierungswirkungen

Das Projekt ist durch einen intensiven grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch im Gesundheitsbereich (u. a. notfallmedizinische Versorgungskonzepte, Verwaltung, Medizintechnik) und die Qualifizierung deutsch-dänischer Teams gekennzeichnet, die für die gemeinsame Arbeit ausgebildet werden (Sprachtraining, Simulatortraining, Crew Resource Management, gemeinsame Übungseinsätze).

Gegenseitige Kenntnis und Verständnis

Die „Cross-Border Air Rescue“ basiert auf einem intensiven Erfahrungsaustausch zwischen deutschen und dänischen Projektpartnern und gemeinsamen Qualifizierungsmaßnahmen und beinhaltet den Aufbau eines projektbegleitenden regionalen Netzwerks. Durch diesen Austausch vermittelt das Projekt insgesamt Kenntnisse über das Nachbarland und führt somit auch zu einem stärkeren gegenseitigen Verständnis.

Zweisprachigkeit

Ein Sprachtraining bildet die Grundlage für die deutsch-dänischen Teams in der Luftrettung.

Neue Impulse für die Zusammenarbeit

Das Projekt wirkt als Instrument des Zusammenwachsens im Bereich der grenzüberschreitenden Gesundheitswirtschaft.

Übertragbarkeit

Im Rahmen der „Cross-Border Air Rescue“  werden Best Practice-Erfahrungen im Bereich der grenzüberschreitenden Luftrettung gemacht, die auf andere europäische Grenzregionen übertragen werden können.
Die Projektergebnisse bilden auch einen wichtigen Erfahrungshintergrund und die Grundlage für die eventuelle Einführung einer flächendeckenden Luftrettung in weiteren dänischen Regionen.

Arbeitspakete

Das Projekt war in fünf Arbeitspaketen organisiert, die im Folgenden beschrieben werden. Der Erfahrungsaustausch, die Planung und die operative Umsetzung des Projekts sind grenzüberschreitend angelegt und werden sowohl in Dänemark als auch in Deutschland durchgeführt.

1. Projektmanagement

Projektpartner:

DRF Luftrettung, Kreis Nordfriesland, Sønderjyllands Amt, FALCK

Aufgaben und Aktivitäten:
  • Projektplanung
  • Projektsteuerung
  • Projektberichte
  • Öffentlichkeitsarbeit

2. Strukturen und Organisation

Projektpartner:

DRF Luftrettung, Kreis Nordfriesland (Rettungsleitstelle), Feuerwehr Flensburg, FALCK, Sønderjyllands Amt (Notarztdienst), Universitätsklinikum Kiel (Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin), Ärztekammer Schleswig-Holstein (Fachausschuss Rettungsdienst)

Weitere Partner:

regionale Kostenträger, Feuerwehr Dänemark, Polizei Dänemark, Sozialversicherung Dänemark

Aufgaben und Aktivitäten:
  • IST-Analyse und Erfahrungsaustausch
  • Zieldefinition: Organisationsmodell
  • Maßnahmenentwicklung und –umsetzung

3. Technische Infrastruktur

Projektpartner:

DRF Luftrettung, Kreis Nordfriesland (Rettungsleitstelle), Telemedizinisches Service- und Gesundheitszentrum, Feuerwehr Flensburg, FALCK

Aufgaben und Aktivitäten:
  • IST-Analyse und Erfahrungsaustausch
  • Zieldefinition: technische Schnittstellen
  • Maßnahmenentwicklung und Anpassung technischer Schnittstellen

4. Regionales Netzwerk     

Projektpartner:

DRF Luftrettung, Kreis Nordfriesland, Sønderjyllands Amt, FALCK

Weitere Partner:

Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein

Aufgaben und Aktivitäten:
  • Projektbegleitung
  • Strategische Beratung

5. Qualifizierung für den grenzüberschreitenden Betrieb “Notfallrettung und  Interhospitaltransfer”

Projektpartner:

DRF Luftrettung, Kreis Nordfriesland (Rettungsleitstelle, Rettungsdienst, Krankenhaus Niebüll), Sønderjyllands Amt (Notarztdienst), FALCK (Leitstelle Kolding), Universitätsklinikum Kiel (Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin)

Weitere kontaktierte Partner zur Einbindung im Laufe des Projekts:

Universitätsklinik Odense

Aufgaben und Aktivitäten:
  • Konzeptentwicklung für die Qualifizierung deutsch-dänischer Teams
  • Durchführung der Qualifizierungsmaßnahmen
  • Evaluation und Anpassung

Auf einen Blick

  • Projektstart am 1. April 2005
  • Projektende am 31. März 2008
  • 10 Partner aus Deutschland und Dänemark
  • Finanzvolumen von 925.000 €
  • Strukturiert in fünf Arbeitspakete

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