Der Einsatz von „Christoph
Europa 5“ – Vorbild für die Entwicklung in Dänemark
Claus
Toftgaard ist Ärztlicher Leiter des Gesundheitswesens der Region Süddänemark
und zuständig für Planung und Entwicklung. Nach den positiven Erfahrungen mit
„Cross-Border Air Rescue“ kann er sich eine Zukunft ohne den
Rettungshubschrauber „Christoph Europa 5“ in der Region nur schwer vorstellen.
1. Was ist Ihre
Aufgabe im Rahmen des Projektes „Cross-Border Air Rescue“?
Als es noch das Amt Sønderjylland gab, war ich dort
in der Verwaltung für „Cross-Border Air Rescue“ zuständig. Jetzt in der Region Süddänemark
bin ich nicht mehr direkt am Projekt beteiligt, habe aber die Fortsetzung der
Arbeit nach dem Ende der Projektperiode befürwortet. Zu Beginn des Projekts habe
ich den Prozess, in dem die Beteiligten bei der Politik und den
EU-Einrichtungen für Akzeptanz geworben haben, unterstützt. Später lag meine
Rolle als Ärztlicher Leiter des Gesundheitswesens in der wirtschaftlichen und
strategischen Entwicklung des Projekts.
2. Wie
hoch ist die Akzeptanz bei den am Projekt beteiligten Paramedics und in der
süddänischen Bevölkerung?
Ich bin davon überzeugt, dass beide Zielgruppen das
Projekt sehr interessant finden. Für die Mitarbeiter, ich meine die Rettungskräfte
und Ärzte, ist es sehr attraktiv, im Luftrettungsteam dabei zu sein. Die
Aussicht, Teil eines solchen grenzüberschreitenden Teams zu werden, ist ein
wichtiger Faktor bei der Anwerbung von Personal in Süddänemark.
In der süddänischen Öffentlichkeit ist das
Sicherheitsgefühl gestiegen, besonders bei Menschen, die weit entfernt vom
nächsten Krankenhaus wohnen. Ein weiterer Vorteil für uns ist die Möglichkeit,
Patienten mit Herzinfarkt und Schlaganfällen innerhalb der ersten Stunde im
Universitätskrankenhaus von Odense mit Ballon oder Thrombolyse zu behandeln.
Ich glaube, dass es jetzt nach den Erfahrungen mit dem Rettungshubschrauber „Christoph
Europa 5“ unmöglich ist, die Notfallversorgung in dieser Region wieder
zurückzufahren.
3. Welche Rolle
spielt der Rettungshubschrauber „Christoph Europa 5“ in der Notfallversorgung
Süddänemarks?
Der Hubschrauber erfüllt eine wichtige Aufgabe im
Notfallrettungswesen. Er ist schnell vor Ort und kann Patienten ebenso schnell
in eine Fachklinik fliegen. Wie gerade erwähnt, spielt er bei Unfällen,
medizinischen Notfällen eine zentrale Rolle, aber auch wenn eine schnelle
Verlegung von Patienten erforderlich ist, dem so genannten
„Interhospitaltransfer“. Es ist eine ergänzende Leistung der Notfallversorgung
in der Region, die jetzt als Vorbild für einen möglichen Hubschraubereinsatz in
ganz Dänemark herangezogen wird. Die Organisation ist wirklich sehr gut, wir
arbeiten eng mit Falck und der regionalen Notfallversorgung zusammen.
4. Gibt es eine
Aussage zur Zukunft von „Christoph Europa 5“?
Derzeit werden in Dänemark in der Luftrettung
große Militärhubschrauber eingesetzt. Sie werden meistens bei Notfällen auf See
gerufen oder wenn Patienten von entlegenen Inseln transportiert werden müssen.
Der Einsatz von „Christoph Europa 5“ hat uns gezeigt, welche Vorteile ein
kleiner und wendiger Hubschrauber in der Notfallversorgung haben kann. Ich bin
sicher, dass dies ein Beispiel für die zukünftige Entwicklung in Dänemark sein
wird.