Cross-border air rescue


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“Voneinander wissen, voneinander lernen und voneinander profitieren”

28.03.2007 – Von den Fähigkeiten der Hubschrauberbesatzung hängt der Erfolg des Einsatzes ab. Christian Müller-Ramcke, stellvertretendes Mitglied in der Projektlenkungsgruppe für die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. (DRF), berichtet im Interview, wie die Rettungskräfte in dem deutsch-dänischen INTERREG-Projekt ausgebildet werden.


Wie sind Sie zu ”Cross-Border Air Rescue” gekommen und was ist Ihre Aufgabe im Projekt?

Seit 2003 arbeite ich als stellvertretender Fachbereichsleiter Medizin bei der DRF und habe dort meine Aufgabenschwerpunkte im Personalbereich der Rettungsassistenten sowie in der Medizintechnik. Schon im Jahr 2000 habe ich als Regionalbeauftragter der DRF Kooperationsmöglichkeiten im Rettungsdienstbereich mit dem dänischen Nachbarn sondiert. Diese persönlichen Kontakte waren dann für das „Cross-Border Projekt“ sehr hilfreich.
Im Projekt betätige ich mich im Arbeitspaket 5, das die Qualifizierung der Rettungskräfte vorantreibt. Meine gegenwärtige Aufgabe besteht darin, die wirtschaftliche Tragfähigkeit
und die Nachhaltigkeit dieses grenz-
überschreitenden Projektes zu untersuchen.

Was müssen die Rettungskräfte können?

Die DRF-Hubschrauberpiloten haben, bevor sie in die Luftrettung wechseln, ihr fliegerisches Können schon bei der Bundeswehr oder bei der Bundespolizei unter Beweis gestellt. Sie verfügen über mindestens 2.000 Flugstunden und haben Tiefflug- und Außenlandeerfahrung. Regelmäßige Checkflüge und jährliche flugbetriebliche Fortbildungen gehören zum ständigen Training unserer Piloten.
Alle Notärzte sind erfahrene Notfallmediziner, überwiegend aus dem Bereich Anästhesie, die, ebenso wie die Rettungsassistenten, über langjährige Erfahrung im bodengebundenen Rettungsdienst verfügen.
Die HEMS-Crew-Mitglieder (HCM), Rettungsassistenten mit einer speziellen Zusatzausbildung, bilden quasi die Schnittstelle zwischen Flugbetrieb und Medizin. Sie unterstützen den Piloten beispielsweise bei der Navigation und der Luftraumbeobachtung, sie kennen die Notverfahren bei Zwischenfällen. Während der Patientenversorgung arbeiten sie mit dem Notarzt “Hand in Hand”, sie assistieren bei allen medizinischen Maßnahmen am Patienten, wie beispielsweise in der Narkoseeinleitung. Die HCM kommunizieren mit Leitstellen und Krankenhäusern, informieren Zielkliniken und organisieren notwendige Anschlusstransporte. Daher müssen besonders diese Mitarbeiter für den grenzüberschreitenden Einsatz sprachlich geschult werden.

Die Besonderheit des Projektes liegt ja in seinem grenzüberschreitenden Charakter. Welche Maßnahmen führen Sie speziell durch, um die Teams aus zwei verschiedenen Ländern zu qualifizieren?

Im Fokus unserer Qualifizierungsmaßnahmen stehen zunächst drei Bereiche:
  • dänische Sprachkurse für die deutschen Besatzungsmitglieder
  • Simulatortrainings mit deutschen und dänischen Einsatzkräften
  • HCM-Qualifikation für dänische Rettungsassistenten
Das Simulatortraining im November letzten Jahres war ein bedeutender Baustein in der transnationalen Kooperation. 24 dänische und deutsche Rettungskräfte trainierten realitätsnah Notfallszenarien. Besonderes Augenmerk legen wir auf die reibungslose Zusammenarbeit und klare Kommunikation am Einsatzort, weil dies die entscheidenden Faktoren in der Notfallbehandlung sind.
Ein weiterer wichtiger Effekt dieser Maßnahme ist der fachliche Austausch zwischen den deutschen und dänischen Ärzten und Rettungsassistenten. Es gibt jeweils unterschiedliche nationale Richtlinien für die Behandlung von Notfallpatienten. Aber insbesondere die Zusammenarbeit im Projekt führt zu der Erkenntnis, dass der eigene Weg nicht der einzige ist. Das Motto “Voneinander wissen, voneinander lernen und voneinander profitieren” spiegelt den Gedanken des transnationalen Trainings wider.
Alle Teilnehmer dieser zweitägigen Weiterbildung waren ausnahmslos begeistert und es wurden noch am gleichen Tag Vereinbarungen für weitere Simulatortrainings getroffen - diesmal in Dänemark!

Wie wird man HEMS-Crew-Mitglied?

Wir haben gerade in einem aufwändigen Verfahren drei dänische Rettungsassistenten ausgewählt, die zu HCM ausgebildet werden sollen. Die ursprünglich 60 Bewerber mussten einen deutschen Text zum Luftrecht übersetzen, psychologische und medizinische Tests absolvieren und in praktischen Übungen ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Auch bei den HCM-Kursen kommt natürlich der grenzüberschreitende Charakter des Projektes zum Tragen: Die Kursteilnehmer durchlaufen in ihrer Ausbildung sowohl dänische als auch deutsche Einrichtungen.


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